Die kleine Holzskulptur „Wigg“ ist eine mit der Kettensäge gearbeitete Figur aus Massivholz. Ihr Erscheinungsbild wird von bewusst groben Schnitten, unkonventionellen Proportionen und einer lebendig nuancierten, blauen Farbigkeit geprägt. Die Oberfläche bleibt sichtbar bearbeitet und trägt die Spuren des Arbeitsprozesses offen nach außen. Auffällig sind die großen, kantigen Ohren, von denen eines markant eingeschnitten ist und wie ein geöffnetes Fragment wirkt. Diese formale Setzung lenkt den Blick auf Wahrnehmung und Empfindsamkeit, ohne eine eindeutige Lesart vorzugeben. Die nach hinten durchgebogene Haltung der Figur erzeugt eine stille Spannung zwischen Standfestigkeit und Fragilität. Auch die Armhaltung bleibt bewusst uneindeutig. Ein Arm ist durch den Schnitt der Kettensäge teilweise vom Körper abgehoben, als gezielter Bruch innerhalb der Form. Der andere liegt nah am Rücken an und verstärkt den Eindruck von Zurückhaltung oder innerer Sammlung. Die Gestik wirkt nicht erzählerisch, sondern andeutend. Mit ihrer roh belassenen Struktur, den sichtbaren Kerben und der fragmentierten Formensprache versteht sich „Wigg“ als kleine Holzskulptur, die weniger erklärt als zulässt. Sie bleibt offen für individuelle Wahrnehmung und persönliche Projektionen und zeigt, wie viel Präsenz und Spannung auch im kleinen Format entstehen kann.