„Andi“ ist eine kleine Holzskulptur aus der Serie der Engel – eine stehende Figur, die sich an eine Wand lehnt, beinahe beiläufig, und gerade dadurch eine starke Präsenz entwickelt. Die Holzfigur wurde direkt mit der Motorsäge aus einer Pappel herausgearbeitet. Die Spuren dieses Prozesses bleiben sichtbar: Schnitte, Brüche und offene Flächen prägen die Oberfläche und geben der Skulptur ihre rohe, unmittelbare Wirkung. Die farbige Fassung in Blau wird partiell wieder aufgebrochen. Mit der Kettensäge freigelegte Holzstellen durchbrechen die geschlossene Farbfläche und erzeugen ein Spannungsverhältnis zwischen Oberfläche und Material. Farbe und Holz stehen nicht im Gegensatz, sondern verweisen aufeinander – als Schicht und als Substanz. Innerhalb der Serie der Engel nimmt „Andi“ eine besondere Position ein. Die Figur wirkt weniger entrückt als vielmehr gegenwärtig: ein Körper im Raum, ein mögliches Gegenüber. Die leichte Schräglage, das Anlehnen, lässt die Skulptur zwischen Stabilität und Momenthaftigkeit oszillieren. Die Arbeit bewegt sich im Feld der zeitgenössischen Skulptur und verbindet traditionelle Holzbildhauerei mit einer direkten, prozesshaften Bearbeitung.