Gustl ist eine 67 cm hohe Holzskulptur aus Eiche mit einer kräftigen, gedrungenen Gestalt und auffallend langen Armen. Der breite Oberkörper geht in einen massiven Rumpf über, während die Beine unterschiedlich geformt und leicht versetzt stehen. Die großen, kantigen Füße geben der Figur einen festen Stand. Der Kopf ist tief zwischen den hoch aufragenden Schultern eingebettet. Seine dunkle Oberfläche lässt die Gesichtszüge weitgehend zurücktreten. Besonders prägend sind die langen Arme, die seitlich am Körper herabhängen und mit ihren grob ausgearbeiteten Händen fast bis zu den Knien reichen. Die unregelmäßigen Konturen, die kantigen Übergänge und die unterschiedlichen Proportionen verleihen Gustl eine eigenwillige Erscheinung. Die menschliche Gestalt bleibt erkennbar, wird aber durch die bewusst vereinfachten und überzeichneten Formen deutlich verändert. Die Oberfläche der Holzskulptur ist von tiefen Einschnitten, breiten Schnitten und sichtbaren Kettensägenspuren geprägt. Die Bearbeitung bleibt unmittelbar ablesbar: Holzpartien stehen hervor, andere sind tief abgetragen, scharfe Kanten wechseln mit unregelmäßigen Flächen. Das natürliche Eichenholz tritt stellenweise hervor, während die dunkle und graue Farbgebung durch rosafarbene, rötliche und ockerfarbene Partien ergänzt wird. Die Farbflächen verlaufen nicht gleichmäßig über den Körper, sondern folgen den Einschnitten und Unebenheiten der Oberfläche. Besonders am Oberkörper entstehen dadurch vielschichtige Übergänge zwischen hellen und dunklen Bereichen. An den Beinen wechseln graue und schwarze Flächen mit freiliegendem Holz. Die Farbe betont so die plastische Struktur, ohne die Spuren der Bearbeitung zu verdecken. Gustl verbindet die kompakte Erscheinung einer kräftigen Holzfigur mit ungewöhnlichen Proportionen und einer rauen, bewusst unregelmäßigen Formensprache. Als zeitgenössische Holzskulptur aus Eiche lebt die 67 cm hohe Figur vom Zusammenspiel aus Körperhaltung, kantiger Gestaltung, sichtbarer Kettensägenarbeit und einer vielschichtigen Farbgebung.