Theodor ist eine kleine blaue Holzskulptur aus der Serie der „Engel“. Im Zentrum der Figur steht die Haltung der langen Arme, die vor dem Körper zusammengeführt und leicht seitlich verschoben sind. Sie gehen aus ehemaligen Ästen des Holzstamms hervor und behalten dadurch eine spürbare Nähe zur natürlichen Wuchsform des Materials. Die Arme wirken nicht konstruiert, sondern aus dem Holz herausgefunden und in eine geschlossene, zugleich offene Geste überführt – zwischen Halten, Geben und Zurücknahme, ohne sich eindeutig festlegen zu lassen. Die stark roten Partien an den Händen verdichten diesen Bereich der Figur. An den äußeren Enden, die sich als Finger oder Fingerspitzen lesen lassen, scheint die Farbe beinahe übermäßig aufgetragen, fast überlackiert. Dadurch erscheinen die Hände weniger als anatomische Details, sondern als farbige Masse, in der sich Bewegung, Berührung und Körperlichkeit sammeln. Das Rot erscheint auch an den Füßen und stellenweise in Gesicht und auf der Rückseite wieder, wodurch die Figur farblich zusammengehalten wird. Dem dominierenden Blau wird so eine zweite, körperlichere Ebene gegenübergestellt. Mit ihrem breiten Stand und den großen Füßen besitzt die kleine Holzfigur eine ruhige Schwere. Kopf, Arme und Körper bleiben eng miteinander verbunden, fast blockhaft gefasst. Die Skulptur bewegt sich zwischen figürlicher Andeutung und abstrakter Form und entwickelt ihre Wirkung weniger aus erzählerischen Motiven als aus Haltung, Farbe und Materialpräsenz. Als zeitgenössische Holzskulptur innerhalb der Serie der „Engel“ zeigt Theodor eine stille, konzentrierte Körperlichkeit. Die Figur erscheint nicht als klassische Engelsdarstellung, sondern als verdichtete bildhauerische Form zwischen Holzfigur, Farbobjekt und kleiner Skulptur.