Mich ist eine figurative Holzskulptur aus Eiche, mit der Motorsäge gearbeitet und farbig gefasst. Die menschliche Figur wurde nicht glatt ausgearbeitet, sondern bewusst in einer rohen, offenen Form belassen. Schnittspuren, verschobene Proportionen und stehen gelassene Eingriffe prägen die Oberfläche und machen die Skulptur aus Holz zugleich körperlich und verletzlich. In mehreren Blautönen gefasst, wurde die Figur in einem späteren Arbeitsschritt erneut mit der Motorsäge bearbeitet. Teile der Farbe wurden wieder entfernt, rohe Stellen freigelegt, die Oberfläche erneut geöffnet. So stehen Farbe, Holz, Eingriff und Spur nebeneinander. Gerade aus diesem Wechsel von Fassung und Freilegung entsteht die Spannung der Arbeit. Der Titel Mich bleibt bewusst offen. Er kann als Vorname gelesen werden, aber ebenso als etwas, das Nähe markiert und sich nicht ganz auf Abstand halten lässt. Gerade dadurch verweigert sich die Skulptur einer eindeutigen Deutung. Sie ist kein Porträt im klassischen Sinn, sondern eine menschliche Figur zwischen Präsenz, Verletzlichkeit und Widerstand. Im Zentrum von Mich steht nicht die perfekte Form, sondern der Moment, in dem eine Figur trotz Bruch, Verschiebung und reduzierter Körperlichkeit wahr wird. Die Skulptur behauptet sich nicht durch Glätte, sondern durch Haltung.