Die Werkgruppe der „Holzköpfe“ umfasst große, figurative Holzskulpturen, die weit über das bloße Abbild hinausgehen. Obwohl viele dieser Arbeiten konkrete Vornamen wie Vincent, Trixi oder Franz tragen, steht nicht das individuelle Porträt im Vordergrund. Vielmehr thematisiert die Serie den Menschen an sich – mit all seinen Ecken, Kanten und Unzulänglichkeiten. Der Titel der Serie ist dabei programmatisch zu verstehen: Ein „Holzkopf“ symbolisiert Widerstand und einen unnachgiebigen, oft unbeugsamen Charakter. Diese Skulpturen aus Holz verkörpern die inneren Kämpfe und die Beharrlichkeit, die das Leben prägen. Sie zeigen Menschen, die ihren Platz in einer oft widersprüchlichen Welt behaupten – mal trotzig, mal verletzlich, aber immer präsent. Technisch entstehen die Arbeiten in einem rohen, unmittelbaren Prozess. Die Kettensäge dient dabei nicht nur dem groben Zuschnitt, sondern fungiert als präzises Gestaltungswerkzeug im Raum. Auf ein nachträgliches Glätten oder Schleifen der Oberflächen wird bewusst verzichtet. Die Spuren der Säge bleiben als stilprägende Elemente, fast wie Narben, sichtbar und verleihen den Holzfiguren eine archaische, haptische Struktur, die die Materialität der massiven Stämme – oft Eiche – unterstreicht. Die meist lebensgroßen Skulpturen von Menschen brechen gezielt mit den gängigen Schönheitsidealen der modernen Medienwelt. Sie zeigen den menschlichen Körper nackt, ungeschönt und authentisch. Es sind „menschliche“ Figuren, die nicht durch Glätte gefallen wollen, sondern durch ihre physische Ausdruckskraft wirken. In dieser figurativen Holzkunst manifestiert sich die Überzeugung, dass Schönheit oft im Unperfekten und Rohen liegt. Die Arbeiten laden den Betrachter ein, den Blick für das Wesentliche zu schärfen: Sie verwandeln das Gewöhnliche in etwas Außergewöhnliches und feiern die Vielfalt des Menschseins jenseits von Stereotypen.