Gedanken aus dem Atelier
Oft sitze ich hier im Atelier, die Säge ist aus und es riecht nach frischem Holz. Der Körper ist müde, die Hände schmerzen, der Rücken brennt. In diesem Moment vor meinen Figuren schaue ich – lange, ohne genau zu wissen, wonach.
Es ist kein zufriedener Blick. Eher ein prüfender. Hält das, was hier steht? Ist das überhaupt Kunst? Reicht es? Darf es rau und verschoben sein? Muss es Idealen entsprechen, um schön zu sein? Oder fehlt etwas Wesentliches? Unweigerlich kommen dann immer diese Fragen: Wozu das alles? Wozu dieser Aufwand für ein Stück Holz? Muss es wehtun, damit es stimmt? Oder rede ich mir den Sinn nur ein, um weiterzumachen?
Manche verstehen und schätzen meine Arbeit. Andere sehen nur das Grobe, das Unfertige, das vermeintlich Einfache. Was dabei oft unsichtbar bleibt, ist das Ringen – um Form, um Ausdruck, um etwas, das sich nicht glätten lässt und trotzdem schön sein kann. Vielleicht entsteht genau hier der Punkt, an dem diese Arbeit beginnt, unbequem zu werden. Für andere. Und auch für mich selbst.
Die Zumutung der Figur
Vom Aushalten des Gegenübers
Was entsteht, wenn eine Figur sich nicht einordnen lässt – und warum man ihr trotzdem nicht ausweichen kann.
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